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Nervenstarker HCE besteht rasanten Ritt mit Eisenach

09.11.2025

Am Samstagabend erkämpfte sich der HC Erlangen gegen den direkten Tabellennachbarn aus Eisenach einen spektakulären Sieg und zeigte dabei Licht und Schatten. Das Team von Johannes Sellin startete furios in die Partie und erspielte sich einen hohen Vorsprung. In der zweiten Hälfte wendete sich das Blatt jedoch und die Eisenacher schafften es, sich wieder zurückzukämpfen. Am Ende behielten die Erlanger in einem absoluten Handballfight die Nerven und letztlich auch die Oberhand mit einem durchaus engen 24:23.

Gastgeber mit Raketenstart

Der HC Erlangen startete durch Treffer von Viggó Kristjánsson und Sander Øverjordet gut in die Partie und konnte direkt mit 3:0 in Führung gehen. Auf der Gegenseite bissen sich die Eisenacher an der Abwehr der Franken die Zähne aus und konnten erst in der siebten Spielminute das erste Tor per Siebenmeter erzielen. Als Maciej Gebala nach zehn Minute zum 6:1 traf, kochte die ARENA erstmals so richtig und die elektrisierten Fans auf den Rängen erhoben sich – es blieb nicht das letzte Mal an diesem Abend, dass es niemanden mehr auf seinen Sitzen hielt. Sebastian Hinze, Trainer der Gäste, sah sich früh gezwungen eine Auszeit zu nehmen. Doch auch das zeigte keine Wirkung. Das Erlanger Abwehrbollwerk um Florian Scheerer und Maciej Gebala schien im Verbund mit Dario Quenstedt unbezwingbar. Nach einer knappen Viertelstunde gelang den Eisenachern schließlich das erste Feldtor zum 7:2.

Nach 21 Minuten griff der Gästecoach bereits zur zweiten Auszeit und versuchte wiederholt seine Spieler auf die richtige Bahn zu lenken. Beim HCE lief bis dato mit teils spektakulären Treffern alles zusammen. Obwohl die Thüringer gegen Ende der ersten Hälfte den Vorsprung der Gastgeber ein wenig zu schrumpfen verstanden, ließen sich die Franken nicht beirren. Christopher Bissel erzielte das 13:6 und beendete vorerst das Aufkeimen der Eisenacher Aufholjagd. Bei einem für die Mannschaft von Johannes Sellin sehr komfortablen Spielstand von 15:7 ging es in die Kabinen.

Aufholjagd und Crunchtime-Drama

Dario Quenstedt eröffnete die zweite Hälfte mit einer starken Parade, doch anschließend verlor der HCE seinen Faden. Peu à peu kämpften sich die Eisenacher, begünstigt durch einige Fehlwürfe auf Erlanger Seite, wieder bis auf 17:12 heran. Nun reagierte Johannes Sellin mit seiner Auszeit. Doch diese Intervention verpuffte: Die Gäste zeigten Kampfgeist und konnten bis auf 17:15 verkürzen, jetzt war bei den Franken gehörig Sand im Getriebe. Von der Aufholjagd gezwungen, griff nach nur drei weiteren Spielminuten Coach Sellin zur letzten Auszeit des HCE. Über zehn Minuten wollte den Erlangern kein Treffer mehr gelingen und der 0:8-Lauf führte zu einem vollkommen offenen Schlagabtausch in der heißen Schlussphase.

Mit Beginn der Crunchtime zeigte Khalifa Ghedbane eine wichtige Parade und verhinderte damit den Ausgleich. Milos Kos, der kurz zuvor nach über zwei Monaten Verletzungspause sein Comeback feiern konnte, holte einen Siebenmeter heraus, den Viggó Kristjánsson zum 18:16 verwandelte. Doch nun blieben die Gäste immer in Schlagdistanz und es knisterte förmlich in der ARENA, immer wieder lag der Ausgleich in der Luft. Da sicherte Christopher Bissel einen wichtigen Steal und versenkte den Tempogegenstoß zum 19:17 - die Halle kochte. Mit den 6.120 Fans im Rücken bewiesen die Franken absolute Nervenstärke und erzielten in Unterzahl das 22:20. Viggó Kristjánsson, der insgesamt 12 Treffer erzielte, war einmal mehr die Lebensversicherung der Erlanger und verwandelte wenig später zum 23:21. Doch der ThSV hatte für den Schlussakt ebenfalls stets eine Antwort parat, sodass es bis zur Schlusssirene vor Spannung kaum auszuhalten war. Ein letzter Ballgewinn der Gastgeber kam den Hauch zu spät, um noch einen kontrollierten Abschluss zu nehmen. Der Verzweiflungswurf in der letzten Sekunde führte nur noch zu einem kurzen Schreckmoment, ehe das Spielgerät am Tor vorbeiflog und dann von purer Ekstase und den Erlangern Jubelstürmen gefolgt wurde.

Beim Endstand von 24:23 war die kollektive Erleichterung spürbar und alle Fäuste in der PSD Bank Nürnberg ARENA gingen in die Luft. Der HCE zeigte dabei zwei Gesichter: Eine überragende erste Hälfte wurde durch einige Fahrlässigkeiten und zu vielen Fehlern beinahe von den Gästen egalisiert. Als es jedoch in die absolut heiße Phase ging und die kampfstarken Thüringer nahe dran waren, die Oberhand zu gewinnen, zeigte der einzige bayerische Bundesligist seine Nervenstärke und kämpfte sich, auch getragen von den frenetischen Fans in der ARENA, hauchdünn über die Ziellinie.

 

Ghedbane, Quenstedt, Herceg, Bissel (2), Buck, Scheerer, Nissen (2), Steinert, Bialowas, Gebala (3), Gömmel (1), Kos, Kristjánsson (12), Runarsson (2), Metzner, Øverjordet (2)