In einer Partie voller Leidenschaft, taktischer Finessen und einer beeindruckenden Aufholjagd, musste sich der HCE am Ende erhobenen Hauptes mit 35:31 geschlagen geben. Doch das Ergebnis erzählt nur die halbe Geschichte eines Spiels, in dem Erlangen trotz des Fehlens einiger Leistungsträger den Favoriten bis in die Schlussminuten hinein forderte.

Dabei begann der SCM gewohnt druckvoll, doch der HCE hielt mit einer giftigen Defensive und einem starken Tin Herceg dagegen. Als Marek Nissen in der 17. Minute zum 7:7 ausglich, war klar: Der HCE ist gekommen, um zu kämpfen! Auch ohne die Schlüsselspieler Christopher Bissel, Viggó Kristjánsson, Christoph Steinert sowie Khalifa Ghedbane zeigte sich der HCE von seiner besten Seite. Selbst eine doppelte Unterzahl überstand die Mannschaft von Johannes Sellin mit purer Moral.

In der 25. Minute setzte der HCE das erste richtig dicke Ausrufezeichen: Per Siebenmeter verwandelte Rúnarsson zur ersten Erlanger Führung (12:13) – ein Schock für die Gastgeber. Mit einem knappen 15:14-Rückstand ging es letztlich in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel zog Magdeburg zunächst auf 22:17 davon, doch Erlangen konterte mit einem unaufhaltsamen Maxsim Lochman. Mit einer unglaublichen 100-Prozent-Quote hämmerte der 18-Jährige den Ball immer wieder in die Maschen (7 aus 7). Zehn Minuten vor Ende lag beim Stand von 29:28 das Wunder in der Luft!

Magdeburger Routine bricht Erlanger Widerstand

In der entscheidenden Phase zeigten die Magdeburger jedoch, warum sie mit 50:4 Punkten an der Spitze stehen. Während SCM-Keeper Matej Mandic mit wichtigen Paraden den Ausgleich verhinderte, operierten Gisli Kristjansson und Omar Magnusson im Angriff mit purer Effizienz. 

Am Ende sicherte diese individuelle Qualität dem SCM den Sieg. Die volle "Wiegert-Kapelle" konnte sich gar den Luxus erlauben, den Bundesliga-Torschützenkönig von 2023/24 und ehemaligen HCE-Akteur Manuel Zehnder nicht für den Spieltagskader zu nominieren, sodass dieser auf der Tribüne Platz nehmen musste. Der HCE hat jedoch bewiesen, dass er selbst die Größten der Liga ins Wanken bringen kann, obwohl eminent wichtige Spieler pausieren mussten. Eine Willensleistung, die leider unbelohnt blieb, aber dafür den guten Weg unterstreicht, auf dem sich die jungen Spieler aktuell befinden.

Der HCE und der THW Kiel sind zudem weiterhin die einzigen Teams, die in der Bundesliga gegen diesen SC Magdeburg punkten konnten. Heute fehlten Nuancen, diesen Status auszubauen. Erhobenen Hauptes kehrt die bayerische Bundesligavertretung trotzdem zurück in die Metropolregion.

Dario Quenstedt, Tin Herceg, Andri Rúnarsson (4), Milos Kos, Marek Nissen (6), Yannik Bialowas (2), Sander Øverjordet (3), Florian Scheerer, Sebastian Firnhaber, Lucca Bialowas, Antonio Metzner (3), Maxsim Lochman (7), Tobias Buck (2), Maciej Gebala, David Sehnke, Tim Gömmel (4)