Der HC Erlangen trat in der 2. Runde des DHB-Pokals in der Oberfrankenhalle in Bayreuth vor über 2.800 frenetischen Fans gegen den VfL Gummersbach an. Die Partie begann dynamisch und Erlangen ging rasch mit 2:0 in Führung. Gummersbach fand jedoch ebenfalls zügig ins Spiel und verkürzte zunächst durch Miro Vujovic auf 2:1. In einer starken Anfangsphase, die dennoch den Hausherren gehörte, baute der HC Erlangen seine Führung auf 6:2 aus, lies jedoch in der Folge mehrere Chancen ungenutzt, wodurch Gummersbach wieder auf 8:7 herankam. Trotz der genommenen Auszeit von Martin Schwalb, der vor Bayreuther Publikum seine persönliche HCE-Premiere feierte, schaffte es Gummersbach anschließend am HC Erlangen vorbeizuziehen und seine Führung bis zur Halbzeit mit einem Drei-Tore-Vorsprung auf 12:15 auszubauen.

Nach der Pause kämpfte sich der HC Erlangen zurück ins Spiel. Wichtige Tore von Hampus Olsson, Tim Gömmel und Stephan Seitz hielten den Druck auf den VfL hoch, während der eingewechselte Khalifa Ghedbane hinten immer wieder sein Gehäuse vernagelte. Noch hatte Gummersbach entsprechende Antworten parat, doch der HCE blieb nun an dessen Fersen. Mit einem 7-Meter verkürzte Tim Gömmel den Rückstand erst auf 20:23, dann waren es zwei wichtige Treffer von Büdel und Seitz sowie eine weitere starke Parade von Ghedbane die etwas später den Ausgleich zum 25:25 brachten und die Halle spätestens dann völlig zu toben begann.

Das Spiel war nun komplett offen, höchst-spannend und die Euphorie von den Rängen war zu spüren. Dreißig Sekunden vor Schluss erzielte der VfL mit dem 27:28 die erneute Führung, doch der HCE bekam das Spielgerät nochmal für seinen letzten Angriff an die Hand. Mit besonnenem Spielaufbau und Geduld auf die sich womöglich öffnende Lücke agierten die Franken clever und bekamen mit dem Erklingen der Schluss-Sirene einen 7-Meter zugesprochen. Es kam also zum maximal möglichen Showdown um die Verlängerung und der junge Tim Gömmel übernahm die große Verantwortung in der Oberfrankenhalle, wo längst niemand mehr auf seinen Stühlen sitzen bleiben konnte. Am Ende hatte der Gummersbacher Torwart Dominik Kuzmanović das glücklichere Ende auf seiner Seite und parierte, nachdem Gömmel zuvor etliche Siebenmeter souverän verwandelte. So wurde der beste Werfer des Abends (8 Tore) zum tragischen Helden und Gummersbach setzte sich letztlich mit 27:28 durch.

Für den HC Erlangen bleibt jedoch kaum Zeit zur Erholung, denn bereits am Sonntag, den 6. Oktober 2024 (Anwurf 15.00 Uhr), empfangen sie den 1. VfL Potsdam zum nächsten, enorm wichtigen Heimspiel der DAIKIN Handball-Bundesliga in der ARENA NÜRNBERGER Versicherung. Von der „Pokal-Exkursion“ nach Bayreuth bleibt für Coach Schwalb und seine Männer eine Leistungssteigerung zu den Vorwochen sowie ein geschlossener Auftritt der Mannschaft, welcher für zukünftige Aufgaben Zuversicht versprühen mochte. Ein großer Dank geht auch an das Publikum in der Oberfrankenhalle, welches phasenweise das Heimteam beflügelt hatte.

Ferlin (1), Ghedbane, Seitz (2), Nissen (5), Overjordet (1), Scheerer, Büdel (1), Bissel, Bezjak (1), Metzner (1), Svensson, Link, Steinert, Olson (4), Gömmel (8), Bauer (3)