Vorneweg: Die Mannschaft des HC Erlangen war über 40 Minuten gegenüber den letzten Testspielen nicht wiederzuerkennen. Ohne die beiden besten Kreisläufer und Mittelblocker Gebala, der leider einige Wochen wegen einer Muskelverletzung fehlen wird, sowie Büdel der verletzungsbedingt auch einige Wochen ausfällt und  Firnhaber, sowie ohne die Olympia-Starter Ferlin und Steinert ersetzten heute Leidenschaft, Tempo und Spielwitz die müden Beine vergangener Auftritte. Im Leipziger Umland, in Ziegelheim, traf der HCE auf eine ambitionierte Heimmannschaft der DHfK Leipzig bei der Stars, wie Vize-Olympiasieger Witzke, Mamic, Kristjansson, Ernst und Semper aufliefen und die gleich richtig Gas gab. Erst in der 13.Minute hatte der HCE einen steten Rückstand aus der Anfangsphase aufgeholt. In Unterzahl - Link hatte eine Zeitstrafe bekommen - verwandelte Gömmel einen Siebenmeter und der HC Erlangen führte erstmals mit 8:7, später dann 9:8 durch den in der ersten Halbzeit in Angriff und Abwehr verbesserten Stefan Bauer. In der 20. Minute führte der HCE mit 13:9 und die mitgereisten Fans rieben sich die Augen. Unermüdlich trieb Johannes Sellin seine Mannen nach vorne ins Tempospiel. Die Rückraumriege mit den starken Nissen, Overjordet und Metzner machte ein richtig gutes Spiel. Nicht überraschend war die wiederum starke Leistung von Khalifa Ghedbane mit acht Paraden in Halbzeit eins. Als Johannes Sellin wechselte, konnten Youngster Florian Scheerer, Jonathan Svensson und Stephan Seitz nicht mehr ganz an die Leistung der ersten Reihe anknüpfen, ohne deshalb zu enttäuschen. Weiterhin führte Sander Overjordet blendend Regie. Problematisch war, dass die Abwehr des HCE den Leipziger Nationalspieler Franz Semper ab der 20. Minute nicht in den Griff bekam. Immerhin stand es zur Halbzeit 19:17 für den HC Erlangen.  

In die zweite Halbzeit starteten die Franken ohne den nach 20 Minuten am Fuß verletzten Kapitän Bissel, für den Bialowas mit einer letztlich unglücklichen Leistung ins Team rückte, engagiert, vergaben aber nun viel zu viele freie Bälle, vor allem vom Kreis und von beiden Außenpositionen. Das Fehlen von Gebala und Firnhaber wurde deutlich. Trotzdem lag der HCE in der 40. Minute immer noch mit drei Toren in Front, als Leipzigs Trainer Sigtryggsson eine Auszeit nahm. Diese Auszeit zeigte Wirkung und Leipzig zog mit 29:27 davon. Dabei profitierte Leipzig von dem nun zunehmend fehlerhaften Spiel Erlangens. Kaum ein freier Ball kam mehr im Tor unter. Obwohl der 17-jährige Knesevic in der zweiten Halbzeit im Tor alles gab, konnte er natürlich einen Ghedbane nicht ersetzen. Verständlich war auch, dass die lokalen Schiedsrichter nicht immer die Zustimmung der Erlanger fanden. Das alles führte am Ende zu einer 31:34 Niederlage des HCE. Betrachtet man die wirklich gute Leistung über 40 Minuten und die vielen Ausfälle, muss man einen ganz klaren Aufwärtstrend konstatieren. Setzt sich diese Entwicklung fort können die Erlanger Fans durchaus optimistisch in die Zukunft blicken. Johannes Sellin und seine Mannen scheinen den richtigen Weg gefunden zu haben.