Ein Abend, der tragisch endete: Der HC Erlangen musste sich nach einem unfassbar spannenden Schlagabtausch mit 27:28 gegen den HSV Hamburg geschlagen geben. Eine hart umkämpfte Partie voller Emotionen fand ihren Höhepunkt in einer dramatischen Schlussphase – doch der Ausgleichstreffer in letzter Sekunde blieb aus. 

Hart umkämpfte Führung zur Halbzeit 

Der HSV Hamburg fand zu Beginn besser ins Spiel. Leif Tissier erzielte nach dem ersten Angriffswechsel das 1:0 für den HSV Hamburg, doch Sander Øverjordet antwortete direkt und glich zum 1:1 aus. Eine frühe Zeitstrafe gegen Nico Büdel spielte den Gastgebern in die Karten, sodass sie sich mit Treffern von Frederik Andersen, der vor einigen Wochen sein Debüt in der dänischen Nationalmannschaft feierte, mit 3:1 in Führung bringen konnten. Doch Erlangen ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Über eine kompakte Defensive und Anschlusstreffer von Maciej Gebala, Marek Nissen und Hampus Olsson blieben die Erlanger dran. 

In der 10. Minute glich Tobias Wagner am Kreis zum 6:6 aus. Die Partie wurde hitzig, als Nikolai Link mit Rot vom Platz musste und so einen Siebenmeter verursachte. Ferlin parierte! Nur wenige Sekunden später verursachte Mortensen auf der anderen Seite einen Siebenmeter für den HC Erlangen, aber auch Haug hielt seinen Kasten im Duell gegen Tim Gömmel sauber. Antonio Metzner traf wenig später gleich doppelt aus dem Rückraum und sicherte Erlangen damit die erste Gästeführung des Abends (6:8). 

Dank guter Abwehrarbeit und konsequentem Druck im Angriff konnte sich Erlangen mit einer Drei-Tore-Führung (7:10) sogar kurzzeitig absetzen. Der Zeitpunkt für HSV-Trainer Torsten Jansen kam, von der Bank aus mit einer ersten Auszeit und taktischen Anpassungen ins Spielgeschehen einzugreifen. Mit Erfolg: Starke Momente von Frederik Andersen und Leif Tissier führten zum Ausgleich (10:10). 

Kurz vor der Halbzeit war es erneut Metzner, der mit einem wichtigen Treffer aus dem Rückraum das 11:12 warf und mit einer starken Abwehraktion die Führung rettete. Mit dem entsprechenden Spielstand ging es in die Pause. 

Ein Duell auf Messers Schneide 

Zoran Ilic eröffnete die zweite Halbzeit und glich zum 12:12 aus. Damit setzte sich die Partie fort, wie sie begonnen hatte: intensiv und umkämpft. Beide Mannschaften schenkten sich keinen Zentimeter, und Schlussmann Robin Haug auf Hamburger Seite avancierte mit insgesamt 14 Paraden zum Matchwinner, während Florian Scheerer und Gebala immer wieder ihr exzellentes Timing in der Abwehr unter Beweis stellten und die Offensive des HSV verhungern ließen. Bis zum 16:17 gelang es Erlangen, immer wieder mit einem Treffer in Führung zu gehen. Doch erneut war es Haug, der dem HSV einen Vorteil verschaffte. Ilic und Mortensen erzielten den Anschluss und den kurzzeitigen Führungsausbau auf 19:17. Metzner ließ den HSV jedoch nicht davonziehen und verkürzte auf 19:18. Dann setzte der starke Bissel zum Siebenmeter an und traf souverän zum Ausgleich. Der HSV konterte mit schnellen Gegenstößen und setzte sich erneut mit zwei Toren Vorsprung ab. Martin Schwalb griff mit seiner dritten Auszeit und der Umstellung auf 7 gegen 6 ein – mit Erfolg. Nach einer starken Phase gelang dem HCE durch Treffer von Büdel und Olsson erneut eine knappe Führung (21:22). 

Die letzten 10 Minuten erwiesen sich als wahre Handball-Schlacht. Das durchweg ausgeglichene und intensive Spiel gewann immer mehr an Fahrt und Emotionalität. Die Folge: Mehrere Zwei-Minuten-Strafen und Siebenmeter ließen die Spannung immer weiter steigen. 

Die letzten Minuten mutierten zum absoluten Krimi. Der HSV nutzte einen Fehler in der Erlanger Abwehr und den verpassten Siebenmeter von Bissel zum erneuten Vorteil. Mit einem Anschlusstreffer von Bissel 25 Sekunden vor Spielende stand es 28:27. Nochmals griff Jansen mit seiner letzten Auszeit ein. Die Hamburger wollten das Spiel zu Ende spielen, doch durch einen finalen Fehler des HSV bekam Erlangen noch die Chance auf den Ausgleich. Vergebens: Øverjordets Wurf vom linken Flügel prallte an den Pfosten – der Schlusspfiff besiegelte die bittere Niederlage. 

Blick nach vorne: Göppingen wartet 

Trotz dieser knappen Niederlage des HC Erlangen geben die kämpferische Einstellung und die starke Defensive Hoffnung in den anstehenden Partien Punkte einzufahren. Als nächster Gegner wartet FRISCH AUF! Göppingen am Freitag, den 29. November, in der ARENA NÜRNBERGER Versicherung auf den HCE. Ein spannendes Heimspiel, bei dem der HC Erlangen alles geben wird, um den Negativtrend zu stoppen. 

Klemen Ferlin, Khalifa Ghedbane, Stephan Seitz, Marek Nissen (4), Sander Øverjordet (2), Florian Scherer, Nico Büdel (1), Christopher Bissel (6), Marko Bezjak, Antonio Metzner (5), Jonathan Svensson, Nikolai Link, Tobias Wagner (2), Hampus Olsson (5), Maciej Gebala (2), Tim Gömmel