In einem Schlagabtausch auf absoluter Augenhöhe kämpfte der HC Erlangen gegen den TBV Lemgo Lippe bis zur letzten Sekunde. Obwohl die Gastgeber über lange Zeit mithielten, fehlte das Spielglück und die Präzision im Abschluss für den Punktgewinn – der zum Greifen nahe war. Der TBV behielt in einer packenden Schlussphase die Nerven und gewann das Spiel mit 24:25.

Der HC Erlangen startete mit einem Treffer von Viggó Kristjánsson gut in die Partie. Das Spiel begann ausgeglichen, so dass nach fünf Minuten ein 3:3 auf dem Videowürfel stand. Nach einem schönen Assist von Sander Øverjordet verwandelte Maciej Gebala zum 4:4. Kurz darauf - bereits in der 5. Spielminute - musste allerdings Viggó Kristjánsson angeschlagen ausgewechselt werden. Das Fehlen des Top-Torschützen für den Rest des Spiels war durchaus ein Rückschlag für die Franken, dennoch hielt der HCE sehr gut mit dem Tabellensechsten mit und bot dem Spitzenteam durchaus Paroli. In den folgenden Minuten entwickelte sich ein Handballfight, in dem sich keine der beiden Mannschaften richtig abzusetzen verstand.  

Duell auf Augenhöhe

Auch wenn der TBV nach 18 Minuten erstmals eine 2-Tore-Führung erzielte (7:9), ließen die Gastgeber nicht locker. Marek Nissen markierte den Anschlusstreffer zum 8:9. Als Dario Quenstedt nach einer Parade ins leere Tor traf und damit den Ausgleich zum 11:11 landete, bebte die ARENA. Beim Stand von 12:13 ging es in die Kabinen und jedem war klar: nach dem knappen Sieg gegen den ThSV Eisenach in der vergangenen Woche, könnte an diesem Sonntag der nächste Handballkrimi folgen.

Den Beginn der zweiten Hälfte läuteten die Torhüter ein. Nach einer starken Parade von Khalifa Ghedbane verhinderte Urh Kastelic auf der Gegenseite den Erlanger Ausgleich. Obwohl das Team von Johannes Sellin in der Abwehr alles gab – unter anderem die Eigengewächse Florian Scheerer sowie Tobias Buck zerrissen sich förmlich - und den TBV des Öfteren ins Zeitspiel zwang, gelang es Lemgo immer wieder Lösungen zu finden. So liefen die Erlanger dauerhaft einem leichten Rückstand hinterher, doch mit voller Willenskraft kämpften sich die Franken immer wieder heran und erzielten durch Andri Rúnarsson, Milos Kos und Tim Gömmel erneute Anschlusstreffer. Das Spiel blieb offen.

Lemgo behält die Oberhand

Mit Beginn der Crunchtime fing Tim Gömmel in der Abwehr einen Ball ab und brachte die ARENA nochmal richtig zum Brodeln. Im Angriff fehlte allerdings in der Phase des Aufwinds das nötige Spielglück, als freie Würfe nicht im Tor untergebracht werden konnten und die Partie eben nicht zugunsten des Heimteams kippte. Stattdessen konnte Lemgo immer wieder seine knappe Führung festigen. Geschlagen gab sich jedoch noch niemand beim einzigen bayerischen Bundesligisten: Khalifa Ghedbane parierte einen wichtigen Ball, woraufhin Christopher Bissel zehn Minuten vor Schluss zum 21:21 verwandelte und damit die 5.732 Fans abermals aus ihre Sitze riss. Spätestens mit der 23:22-Führung schienen die nächsten wichtigen Punkte zum Greifen nahe. Allerdings bewiesen die Gäste in der Crunchtime, warum sie in dieser Saison oben mitspielen und drehten das Spiel mit einem 2:0-Lauf wieder zu ihren Gunsten. Der letzte Angriff gehörte abermals dem HCE und der finale Wurf trennte die Hausherren von der Punkteteilung, doch am Ende konnte sich der HC Erlangen nicht für den großen Kampf belohnen und verlor denkbar knapp dieses Duell auf Augenhöhe.

Am Ende gab es keine Punkte für aufopferungsvoll kämpfende Erlanger, die fast über das ganze Spiel hinweg auf Viggó Kristjánsson als offensiven Unterschiedsspieler verzichten mussten. Dennoch hätte mit etwas mehr Fortune im Abschluss das Spiel zugunsten des Gastgebers kippen können. Es sollte jedoch nicht sein. Was bleibt: Der HCE ist in dieser Saison – gerade mit den heimischen Fans im Rücken – absolut in der Lage, jedem Team dieser Liga gefährlich zu werden.

Ghedbane, Quenstedt (1), Willax, Kristjánsson (1), Nissen (2), Kos (3), Gebala (3), Øverjordet (2), Gömmel (1), Scheerer, Bissel (3), Buck, Metzner (4), Steinert (1), Rúnarsson (3), Bialowas