Am Donnerstagabend stand für den HC Erlangen das Nachholspiel des 17. Spieltags der DAIKIN HBL auf dem Programm – und das ausgerechnet auswärts beim amtierenden Deutschen Meister SC Magdeburg. Schon im Vorfeld war klar: Die Erlanger reisten mit einem stark dezimierten Kader an die Elbe. Ohne Spielmacher Marko Bezjak und Offensivkraft Miloš Kos sowie den gesundheitlich angeschlagenen Dario Quenstedt und mit einem weiterhin angeschlagenen Antonio Metzner war die Ausgangslage alles andere als einfach. Dass mit David Sehnke und Dorian Knezevic sogar zwei Nachwuchsspieler kurzfristig nachreisten – Knezevic direkt nach der Schule – zeigte, wie hart der Kader personell getroffen war. Dennoch hielt der HCE phasenweise ordentlich dagegen, musste sich am Ende aber deutlich mit 30:19 (14:9) geschlagen geben. 

Erlangen startet gut in die Partie

Dabei begann das Spiel zunächst mit viel Engagement auf Seiten der Erlanger. Hampus Olsson sorgte im ersten Angriff für den 1:1-Ausgleich, Finn Zecher parierte stark und die Deckung um Nikolai Link, Maciej Gebala und Florian Scheerer verteidigte aufmerksam. Doch die Magdeburger nutzten jede kleine Unachtsamkeit im Erlanger Angriffsspiel gnadenlos aus. Nach einem 5:1-Lauf der Hausherren geriet der HCE früh ins Hintertreffen. Dennoch konnte Finn Zecher immer wieder mit Paraden auf sich aufmerksam machen – allein in Halbzeit eins kam er auf sechs gehaltene Bälle bei einer Quote von 32 Prozent. 

Angeführt von Viggó Kristjánsson im Rückraum kämpfte sich der HCE zurück ins Spiel und Maciej Gebala fand zudem mehrfach Lücken in der SCM-Abwehr (5:2, 5:3, 6:4). Kristjánsson blieb dazu vom Siebenmeterpunkt eiskalt und traf zum 8:6. Beide Akteure erzielten erneute Treffer und stellten den Anschluss zum 9:8 her. Auch defensiv stand das Team in dieser Phase stabil und erarbeitete sich mehrfach Chancen auf den Ausgleich. Doch gerade in den entscheidenden Momenten fehlte die Kaltschnäuzigkeit und SCM-Keeper Sergei Hernández erwischte einen Sahne-Tag mit bereits neun Paraden zur Pause. Daniel Petterson, Matthias Musche und Omar Magnusson bauten die Führung des SC Magdeburgs bis zur Halbzeit wieder aus. Mit einem 5-Tore-Rückstand ging es in die Kabine (14:9). 

Erlangen lässt Chancen liegen – Hernandez überragt 

Nach Wiederanpfiff vergrößerte sich der Rückstand. Während der HCE seine freien Chancen zu häufig ungenutzt ließ, drehte Magdeburg angeführt von Gisli Kristjansson und Philipp Weber weiter auf. Zecher im Erlanger Tor stemmte sich mit allem, was er hatte, gegen die Offensive der Hausherren, doch offensiv fehlte es den Erlangern an der Chancenverwertung. Hernandez schien phasenweise unüberwindbar und beim Stand von 28:15 in der 50. Minute war das Spiel bereits vor Beginn der Crunchtime entschieden. Mit einem letzten Aufbäumen bewiesen Kristjánsson, Yannik Bialowas und Gebala noch einmal Kampfgeist, am Ende musste sich der geschwächte Kader von Johannes Sellin aber mit 30:19 beim amtierenden Deutschen Meister geschlagen geben. 

HCE-Nachwuchsspieler setzen positive Akzente 

Trotz der einseitigen zweiten Hälfte setzte der HCE nochmal vereinzelte Lichtblicke: David Sehnke feierte sein erstes Bundesligator, und der erst 17-jährige Dorian Knezevic parierte gleich zwei Siebenmeter gegen den SCM in seinem ersten offiziellen Einsatz in der weltweit stärksten Liga. 

„Finn und Dorian haben heute ein gutes Spiel gemacht. Auch David. Wenn wir so viele Ausfälle haben wie heute, dann kommen sie natürlich dran. Wir haben heute viele gute Ansätze von unseren jungen Spielern gesehen. Deswegen können wir sehr stolz auf unsere Jugendarbeit sein“, lobt HCE-Cheftrainer Johannes Sellin die Nachwuchstalente. 

Die nächste Aufgabe wartet in Eisenach 

Jetzt gilt es für den HC Erlangen, die Partie schnell aufzuarbeiten und den Blick nach vorn zu richten. Am kommenden Donnerstag, den 17. April, steht bereits das nächste wichtige Auswärtsspiel auf dem Programm – dann gegen den ThSV Eisenach.

Zecher (8 P), Knezevic (2 P), Kristjánsson (5), Gebala (5), Metzner (3), Bissel (2), Sehnke (1), Bialowas (1), Scheerer (1), Olsson (1), Nissen, Øverjordet, Büdel, Link, Wagner, Gömmel.