Der HC Erlangen trotzt dem ThSV Eisenach ein 26:26-Unentschieden ab – und das in einer Halle, die als wahrer Hexenkessel gilt. Seit 2009 hatte Erlangen in Eisenach keinen einzigen Punkt geholt. Am 26. Spieltag der DAIKIN Handball-Bundesliga war es nun endlich so weit: Ein Zähler, der sich anfühlt wie ein Sieg. „Ich bin sehr stolz auf diese Mannschaft“, sagte ein Johannes Sellin nach der Partie. „In dieser Eisenacher Hölle haben schon viele Punkte liegen lassen – wir nehmen heute einen mit nach Hause.“
Heißer Tanz ab Sekunde eins
Eisenach startete vor frenetischem Publikum druckvoll und ging schnell mit 3:1 in Führung. Doch Erlangen hielt dagegen. Besonders Viggo Kristjánsson übernahm Verantwortung und verwandelte in der ersten Hälfte gleich mehrere Siebenmeter eiskalt. Auch Maciej Gebala und Hampus Olsson trugen sich früh in die Torschützenliste ein. In einer hektischen und körperlich geführten Partie zeigten beide Teams sehenswerte Offensivaktionen und starke Abwehrarbeit. Die Halle tobte, als Eisenach mit einem spektakulären Kempa-Tor auf 8:5 erhöhte, doch der HCE ließ sich nicht abschütteln. Nach einer Auszeit von Sellin kam Erlangen besser in den Rhythmus, kämpfte sich Tor um Tor heran und ging kurzzeitig sogar in Führung. Beim Stand von 13:13 ging es in die Kabinen – ein gerechtes Remis zur Halbzeit.
Erlangen behält kühlen Kopf und Kristjánsson überragt
Nach dem Seitenwechsel blieb es eng. Beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe. Kristjánsson zeigte weiterhin Nerven wie Drahtseile vom Siebenmeterpunkt, traf insgesamt sechsmal vom Strich und markierte am Ende satte vierzehn Treffer. In der Schlussphase schien Erlangen beim 19:22 erstmals davonzuziehen, aber auch Eisenach kämpfte sich erneut zurück. Beim 26:25 in der 58. Minute schien der Heimsieg dem ThSV zum Greifen nah – doch die Erlanger bewahrten in frenetischer Atmosphäre einen kühlen Kopf und kämpften entschlossen weiter. Kristjánsson glich in der 59. Minute zum 26:26 aus. Mit dem Schlusspfiff der Partie war für Antonio Metzner sogar noch der Siegtreffer auf der Hand, doch der Freiwurf blieb im Block hängen.
Rückenwind aus Eisenach, Melsungen vor der Brust
Unterm Strich bleibt: Ein hart erkämpfter Punkt in einem Hexenkessel, in dem sonst wenig zu holen ist. Erlangen überzeugte mit starker Teamleistung, Kampfgeist und einer bärenstarken Abwehr. Sellin brachte es auf den Punkt: „Ich sehe hier eine Mannschaft, die zusammenarbeitet, die das Ding hier holen will. Der Glaube ist da und wir zeigen Woche für Woche, dass wir ein sehr gutes Niveau erreichen.“
Als nächstes erwartet der HC Erlangen die MT Melsungen zuhause in der ARENA NÜRNBERGER Versicherung. Vor heimischem Publikum wird das Team um Sellin versuchen einem weiteren Topteam der Liga Punkte streitig zu machen.
Quenstedt (1),Zecher (5), Nissen, Bialowas (1), Øverjordet (3), Scheerer, Büdel, Bissel (1), Bezjak, Metzner (1), Link, Steinert, Wagner (1), Olsson (2), Kristjánsson (14), Gebala (3)



