Am dritten Advent gastiert der HC Erlangen in der ZAG Arena Hannover und wird dort von einem äußerst starken Gastgeber in Empfang genommen. Der HCE geht klar als Underdog in die Partie gegen den Tabellendritten, aber mit einer Topleistung ist auch in Niedersachsen etwas drin. Anpfiff ist um 16:30 Uhr.
Die „Recken“: In Top-Form und auf Tuchfühlung mit den Granden der Liga
In Hannover läuft es! Platz 3 nach 14 ausgetragenen Spielen sprechen dabei Bände und die jüngste Auswärtsniederlage beim THW Kiel (28:24) tut dem sportlichen Aufwind kaum einen Abbruch. Denn gerade vor heimischem Publikum, wenn teilweise knapp 10.000 Zuschauer die Mannschaft antreiben, ist das Team von Ex-Nationaltrainer Christian Prokop eine echte Bank. Zu spüren bekamen das in Hannover bereits Mannschaften wie die Rhein-Neckar Löwen, die Füchse Berlin oder auch der SC Magdeburg. Allesamt wurden von Hannover zuhause in die Schranken verwiesen, der HC Erlangen ist also gewarnt.
Bei den Niedersachsen steckt enorme Qualität in allen Mannschaftsteilen. Verantwortlich für den Erfolg sind unter anderem Nationalspieler Renars Uscins, der mit 110 Toren und 36 Assists in beiden Statistiken den internen Top-Wert aufstellt. Ligaweit gibt es nur einen Spieler, der häufiger trifft als der rechte Rückraum der Hannoveraner. Justus Fischer am Kreis ist zudem ein dankbarer Abnehmer für Anspiele, der gleichwohl in der Defensive zu überzeugen versteht (16 Blocks diese Saison). Dazu kommen noch Dauerbrenner und Neuzugang Lukas Stutzke oder Strippenzieher Marian Michalczik, die Hannover zu einer von Klasse gespickten Mannschaft werden lassen. Abgerundet wird das Prokop-Ensemble mit dem Torhüter-Tandem aus Joel Birlehm und Simon Gade, sodass sich die Hannoveraner wirklich vor keiner Mannschaft verstecken brauchen.
Duell der Gegensätze
Nach der Niederlage in Gummersbach muss der HC Erlangen nun erneut auswärts ran, um wichtige Punkte zu sammeln. Die Hürde könnte kaum höher sein, doch Qualität steckt auch in den fränkischen Reihen und aussichtslos ist die Situation nicht. Moralisch und kämpferisch zeigten die Männer von Trainer Martin Schwalb auch in Gummersbach, dass man sie nie abschreiben darf. Mit Dario Quenstedt und Khalifa Ghedbane findet das Erlanger Torhüter-Duo auch immer besser zueinander. Gerade Neuzugang Quenstedt überzeugte durchweg in Gummersbach, lieferte acht Paraden und eine Quote von 40 Prozent ab.
Damit aus Niedersachsen Zählbares entführt werden kann, muss jedoch alles passen. Dazu bedarf es nicht nur einer starken Torhüterleistung, auch Aktivposten Marek Nissen sowie Erlangens Top-Assistgeber Marko Bezjak werden einen guten Tag benötigen, um ihre Mitspieler in Szene setzen zu können. Mut macht die Formkurve von Tobias Wagner am Kreis, der sich immer besser in der Bundesliga zu akklimatisieren scheint. Aus dem Rückraum soll Antonio Metzner wieder für Gefahr sorgen, mit 53 Toren ist er aktuell erfolgreichster Werfer in den Reihen des HCE. Als Leader und Kapitän wird wieder Christopher Bissel vorweggehen und mit allen Mitteln versuchen, seine Kollegen mitzuziehen. Zuletzt steuerte er vier Treffer in Gummersbach bei. Die Abwehr wird Routinier Nikolai Link zusammenhalten und im Kollektiv soll dann die „Nuss Hannover“ geknackt werden.
Klare Vorzeichen und doch ist eine vorweihnachtliche Überraschung drin
Ein Blick auf die Tabelle und die Formkurve spricht Bände. Auf dem Papier ist es ein Duell der Gegensätze und die Favoritenrolle ist klar verteilt. Auch der historische Vergleich spricht für die „Recken“. Bei 18 Begegnungen ging der HCE viermal als Sieger von der Platte, dazu kommen zwei Remis und zwölf Niederlagen. Und dennoch: Keiner reist aus dem Frankenland nach Hannover, um die Punkte abzuschenken. Wer das Spiel nicht verpassen will, der sieht das Aufeinandertreffen wie gewohnt live und auf Abruf bei DYN. Anwurf ist um 16:30 Uhr.



