Der HC Erlangen muss sich am 20. Spieltag der DAIKIN HBL auswärts dem THW Kiel mit 28:24 geschlagen geben. Trotz des starken Kampfgeistes und guter Abwehrarbeit konnte der HCE die Niederlage gegen den Rekordmeister nicht verhindern. 

Ein Spiel mit Höhen und Tiefen 

Die Partie begann mit einem dominanten Auftakt der Kieler, die mit 1:0 in Führung gingen. Milos Kos konnte vorerst noch ausgleichen, doch vergebene Chancen auf Seiten der Erlanger ermöglichten dem Rekordmeister einen ersten Ausbau der Führung. Eric Johansson sorgte mit drei Toren in den ersten drei Minuten dafür, dass der THW auf 3:1 davonzog. Die Franken hielten jedoch dagegen – Antonio Metzner setzte Tobias Wagner in Szene, der zum 3:2 verkürzte. Ein Siebenmeter brachte Kiel erneut nach vorne, doch Dario hielt im Gegenzug einen Strafwurf und hielt Erlangen so im Spiel. Dennoch setzte sich Kiel über Tempogegenstöße ab und stellte auf 6:3. 

Der HCE fand immer wieder Antworten. Wagner traf zum 6:4, doch ein unglücklich abgefälschter Ball nach einer Parade von Dario Quenstedt führte zum 7:4. Trotz der körperlichen Härte blieben die Gäste dran. Metzner traf spektakulär zum 12:7 und schickte damit ein Signal an seine Mannschaft. Auch Bissel setzte nach und verkürzte mit einem Tempogegenstoß auf 12:9. Der HCE zeigte nun seine beste Phase: Die Defensive stand kompakt, Quenstedt glänzte im Tor und Metzner erarbeitete einen Siebenmeter. Doch Tomas Mrkva hielt den folgenden Wurf von Christopher Bissel. Kiel blieb in den letzten sechs Minuten der ersten Halbzeit dank der starken Abwehrleistung von Florian Scheerer und Maciej Gebala ohne Torerfolg, sodass es mit einem 12:9 in die Pause ging. 

Kiel bleibt abgezockt – Erlangen kämpft weiter 

Nach dem Seitenwechsel nutzte Kiel einen Fehler der Erlanger aus und stellte auf 13:9. Johansson, der mit insgesamt acht Treffern seine Torgewalt demonstrierte, erhöhte auf 16:12 für die Zebras. Tobias Wagner und Marek Nissen verhinderten unterdessen den weiteren Ausbau der Kieler Führung.  

Die Abwehr des HCE leistete Schwerstarbeit, und auch Dario Quenstedt zeigte erneut eine starke Parade. Erlangen kämpfte weiter, verkürzte durch einen verwandelten Siebenmeter von Bissel auf 17:14 und war nach einem Treffer von Metzner sogar auf zwei Tore dran. Doch der THW lies sich davon nicht aus seiner Routine bringen. Der Kapitän Christopher Bissel traf nun zuverlässig vom Siebenmeter, doch die Zebras bauten ihre Führung durch Treffer von Elias Skipagøtu und Emil Madsen auf 22:16 aus. 

Zur Crunchtime griff Cheftrainer Martin Schwalb ein letztes Mal von der Bank aus ein und stellte im Angriff auf 7:6. Wagner traf daraufhin zum 24:20 und der Kampfeswillen der Erlanger war noch nicht erloschen. Tim Gömmel traf nach schönem Spielzug über Außen zum 24:21, doch Kiel antwortete sofort. Auch Christopher Bissel setzte weiterhin seine Akzente und verwandelte einen Nachwurf zum 27:24, doch am Ende reichte es nicht mehr für die Überraschung. Der letzte Wurf der Franken wurde von Kiels Torhüter Andreas Wolf pariert und am Endstand von 28:24 war für den HCE nicht mehr zu rütteln. 

Der HC Erlangen hat heute trotz Niederlage in Kiel gezeigt, dass die Einstellung stimmt und der Kampf um Punkte in jeder Situation angenommen wird. Dabei zeigte besonders die Defensive eine starke kämpferische Leistung. Dario Quenstedt im Kasten überzeugte mit insgesamt elf Paraden, während vorwiegend Wagner, Nissen und Bissel vorne für Gefahr sorgten. Am Ende war Kiel zu abgezockt und nutzte die Fehler der Erlanger konsequent aus, um die Punkte im Norden zu behalten. Der HCE reist dennoch mit wertvollen Erkenntnissen zurück ins Frankenland und ackert weiterhin dafür, endlich die notwendigen Erfolgserlebnisse einzufahren. Mit der heutigen Abwehrleistung und den Fans im Rücken als Basis kann zum Heimspiel in der ARENA NÜRNBERGER Versicherung auch der aktuelle Tabellenzweite geärgert werden.  

Quenstedt (11), Zecher, Kos (2), Nissen (4), Øverjordet, Scheerer, Büdel, Bissel (7), Bezjak (1), Metzner (2), Steinert (1), Wagner (5), Olsson (1), Gebala (0), Gömmel (1)