HSC Coburg gegen HC Erlangen klingt nach Derby-Schlacht, nach Polizeieinsätzen, nach ausverkauften Hallen und verbissenem Kampf um die Vorherrschaft in Bayern. Als sich heute in der HUK-Coburg-Arena die beiden Vereine zu einem Testspiel gegenüberstanden waren die Positionen vermeintlich klar verteilt. Vor immerhin ein paar hundert Zuschauern spielten die in ihr zehntes Erstligajahr startenden Mittelfranken gegen einen langjährigen und äußerst ambitionierten Zweitligisten aus Oberfranken. Für den HSC Coburg war es der letzte Test vor seinem ersten Pflichtspiel am kommenden Wochenende, der HCE stand noch mitten in der Grundlagenarbeit vor dem Saisonbeginn am 06. September 2024 in Flensburg.

Bis auf die Olympioniken Steinert und Ferlin sowie den verletzten Firnhaber, der allerdings kurz vor dem Einstieg ins Mannschaftstraining steht, trat Erlangen zwar mit dem vollständigen Kader, jedoch mit schweren Beinen nach den kraftraubenden Trainingseinheiten in den letzten Tagen und auch noch am Freitagvormittag an. Man merkte den Spielern in gelb-schwarz den Frischevorteil deutlich an.

Der einzige bayerische Erstligist begann das Spiel mit Neuzugang Khalifa Ghedbane im Tor, mit Olsson, Metzner, Link (im Angriff Øverjordet) Bauer, Svensson, und Bissel. Bissel war es auch, der nach einer Minute den Führungstreffer für den HCE erzielte. So musste es wohl sein: Ein gebürtiger Erlanger traf als Erster im Spiel gegen den Rivalen aus Coburg. Wieder gefiel in der Anfangsphase Neuzugang Ghedbane im Tor, der nach zehn Minuten bereits vier Paraden verzeichnen konnte. Ein unkluges Einschreiten von Stefan Bauer brachte den HCE in Unterzahl und Coburg auf 4:5 heran. Vor allem die Fehlwürfe von Bauer am Kreis, zu viele Passfehler im neu sortierten Rückraum und nicht immer konsequente Abwehrarbeit ließen nach 20 Minuten einen Spielstand von 10:10 von der Anzeigetafel in der HUK-Coburg-Arena leuchten. Trainer Johannes Sellin brachte daraufhin Nissen, Büdel und Seitz sowie Gebala. Die Fehlwürfe vom Kreis setzten sich zunächst dennoch fort. Der Abwehr merkte man weiter die fehlende Abstimmung an, Gebala bekam die nächste Zeitstrafe und so führte der vor allem kämpferisch überzeugende HSC zur Pause mit 14:13.

Das Team des HCE zeigte den Zuschauern in der zweiten Halbzeit zunächst Abschlussmängel, Offensivfouls und unreifes Abwehrspiel en masse, das in der 39. Minute in einer berechtigten und völlig unnötigen Zeitstrafe gegen den an diesem Tag gewiss nicht überzeugenden Nikolai Link gipfelte. Der pomadige Auftritt der Erlanger führte zu einem 5-Tore-Rückstand in der 45. Minute. Der auf Erlanger Seite alleine mit einer sehr guten Leistung aufwartende Khalifa Ghedbane, welcher neben diversen freien Bällen auch einen 7-Meter hielt, wurde phasenweise alleine gelassen.

Als Christopher Bissel in der 49. Minute einen Angriff des HSC mit großem Einsatz abfing, konnte man auf eine Initialzündung beim Erstligisten hoffen. Und tatsächlich kam der HCE schnell bis auf drei Tore an Coburg heran. Zwei weitere Zeitstrafen und damit die rote Karte durch die guten Schiedsrichter gegen den an diesem Tag überforderten Stefan Bauer machte aber die Aufholjagd schnell zunichte. So verlor der HC Erlangen sein Testspiel in Coburg  verdient mit 25:29. Trainer Johannes Sellin steht in den nächsten Wochen noch viel Arbeit bevor. Er weiß nun, wo er ansetzen muss.