Der abermals ersatzgeschwächte HC Erlangen war am letzten Spieltag des Jahres beim Rekordmeister THW Kiel gefordert. Mit Lars Genz, Andri Mar Rúnarsson, Milos Kos, Antonio Metzner und den langzeitverletzten Hampus Olsson sowie Sebastian Firnhaber musste der HCE erneut auf mehrere wichtige Spieler verzichten. Trotzdem zeigten die Franken eine starke erste Hälfte und machten dem THW lange das Leben schwer. Am Ende konnten die Gastgeber das Spiel mit 28:25 für sich entscheiden. Für Kapitän Christopher Bissel war es zudem der 306. Erstliga-Einsatz im Dress des HCE, womit die Nummer 21 mit Vereinslegende Nikolai Link gleichgezogen ist.
Der THW startete durch einen Treffer von Nikola Bilyk gewohnt souverän in die Partie, allerdings konnte Sander Øverjordet mit Tempo und Durchsetzungskraft schnell ausgleichen (1:1). Christoph Steinert besorgte nach vier Minuten das 1:2 für die Gäste und damit die erste Erlanger Führung. Auch wenn die Gastgeber ihre Qualität von Beginn an unter Beweis stellten, zeigten sich die Erlanger davon unbeeindruckt und konnten in der Anfangsphase besonders durch eine kompakte Abwehr sehr gut mit dem Rekordmeister mithalten. Nach knapp 13 Minuten war es schließlich THW-Trainer Filip Jicha, der zur ersten Auszeit griff.
HC Erlangen beweist Kampfgeist
Besonders durch starke Paraden von Andreas Wolff gelang den Norddeutschen nach 18 Minuten die erste 2-Tore-Führung. Lukas Zerbe konnte per Siebenmeter wenig später auf 10:7 erhöhen. Obwohl Johannes Sellin zur Auszeit griff, gelang es dem HCE vorerst nicht, den Ball im Tor unterzubringen, wodurch die Kieler ihren Vorsprung weiter ausbauten. Der einzige bayerische Bundesligist gab sich jedoch niemals auf und konnte sich durch Tore von Tim Gömmel und Viggó Kristjánsson wieder auf 12:11 herankämpfen. Bis zur Halbzeitpause ließen sich die Erlanger nicht abschütteln, sodass es beim Stand von 14:13 in die Kabinen ging.
THW stellt Favoritenrolle unter Beweis
Nachdem der HCE den Gastgebern in den ersten Minuten gut die Stirn bot, schlichen sich im Angriff der Erlanger erneut zu viele Fehlwürfe ein. Daraufhin konnte der THW Kiel durch Nikola Bilyk auf 20:15 davonziehen. Obwohl die Franken gute Angriffe spielten, wollte der Ball einfach nicht den Weg ins Tor finden wodurch sich der Rekordmeister auf 23:17 absetzen konnte.
Auch wenn sich der ersatzgeplagte HCE nicht aufgab, zeigte sich in der Schlussphase immer mehr die individuelle Klasse der Kieler. Sander Øverjordet und Yannik Bialowas verhinderten einen höheren Rückstand, jedoch war das Spiel fünf Minuten vor Schluss bereits entschieden. Am Ende kämpfte sich der HCE noch einmal bis zum 28:25 Endstand heran und zeigte damit erneut eine gute Moral.
Trotz der Niederlage kann sich der HCE an einer starken ersten Hälfte festhalten, in der es dem Team von Johannes Sellin gelang, trotz zwischenzeitlicher Rückstände mit dem Rekordmeister mitzuhalten. Wie schon gegen die MT Melsungen zeigten die Franken enormen Kampfgeist und wollen diese positive Tugend mitnehmen, um nach der EM-Pause am 10. Februar in der PSD Bank Nürnberg ARENA gegen den TSV Hannover-Burgdorf wieder voll angreifen zu können. Mit 14 Punkten auf dem Konto stehen die Franken auf dem 12. Tabellenplatz und blicken auf eine beachtliche Entwicklung im vergangenen Jahr zurück. Der eingeschlagene Weg führt in die richtige Richtung, das belegt der Blick auf die Vorsaison, als man zum selben Zeitpunkt erst fünf Zähler verbuchen konnte. Dieser Prozess soll im neuen Jahr entschlossen fortgeführt werden.
Dario Quenstedt, Khalifa Ghedbane, Tin Herceg, Tim Gömmel (3), Hans-Lukas Willax, Christoph Steinert (2), Christopher Bissel, Maciej Gebala (2), Viggó Kristjánsson (3), Yannik Bialowas (3), Marek Nissen (6), Florian Scheerer (1), Tobias Buck, Maxsim Lochman (1), David Sehnke, Sander Øverjordet (4)



