Das Heimspiel gegen Leipzig steckte schon vor dem Anpfiff voller Briasanz: Nicht nur, weil mit Viggó Kristjánsson, Andri Rúnarsson sowie Maciej Gebala gleich drei HCE-Akteure auf ihre ehemaligen Teamkollegen trafen, auch weil die Leipziger in Form von Dean Bombac einen ehemaligen Weltklassehandballer unter der Woche verpflichten konnten, der nun motiviert vor seinem Debüt in fremder Halle stand. Die Tabellensituation tat ihr Übriges für ein aufgeladenes Aufeinandertreffen, nicht umsonst sprach Sportmanager Ole Rahmel im Vorfeld von einem Vier-Punkte-Spiel. Der HC Erlangen nahm die Situation allerdings von der ersten Sekunde an und lieferte gegen den SC DHfK Leipzig eine starke Anfangsphase, konnte gar im ersten Durchgang auf sechs Tore davonziehen. Die Sachsen ließen jedoch nicht locker, woraufhin sich zum Ende der ersten Hälfte ein wahrer Handballfight entwickelte, der sich bis in die Schlussminuten hinzog. Am Ende blieben die Franken cool und entscheiden das umkämpfte Spiel mit 30:26.

Erlanger Raketenstart

Viggó Kristjánsson eröffnete die Partie mit einem Treffer vom Siebenmeterstrich. Auch Khalifa Ghedbane zeigte kurz darauf eine sehenswerte Aktion, indem er gleich zweimal parierte und die Halle damit zum Beben brachte. Im Angriff war es erneut Viggó Kristjánsson, der die erste 2-Tore-Führung für die Gastgeber besorgte (5:3). Als Khalifa Ghedbane in der 10. Minute den Siebenmeter von Lucas Krzikalla parierte und Andri Rúnarsson im Gegenzug zum 7:4 traf, hielt es die Zuschauer kaum noch in den Sitzen. Christopher Bissel vollendete nach einem Steal zum 9:5, woraufhin Leipzigs Coach Frank Carstens die erste Auszeit für die Gäste nahm. 

Die Erlanger bewiesen weiter, dass es um zwei immens wichtige Punkte ging und bauten ihre Führung Stück für Stück aus. Viggó Kristjánsson verwandelte nach knapp 20 Minuten bereits den dritten Siebenmeter für die Gastgeber (13:7). Doch Leipzig zeigte in dieser Phase Kampfgeist und verkürzte auf 13:10, wodurch Johannes Sellin die erste Auszeit für den HCE zog. Die Gäste schafften es dennoch, auf 13:12 heranzukommen – das Spiel war wieder vollkommen offen. Erst kurz vor Ende der ersten Hälfte gelang Andri Rúnarsson nach sechs torlosen Minuten der Befreiungsschlag und die Erlanger konnten auf 14:12 erhöhen. Beim Stand von 16:13 ging es schließlich in die Kabinen.

Obwohl Khalifa Ghedbane den ersten Angriff der Leipziger parierte, gelang es dem HCE nicht davonzuziehen. Im Angriff unterliefen den Franken einige technische Fehler, wodurch das Spiel spannend blieb. Nach knapp 40 gespielten Minuten konnten die Sachsen durch William Bogojevic auf 17:16 verkürzen und erzielten kurz darauf auch noch das Unentschieden. Maßgeblich daran beteiligt war Torhüter Domenico Ebner, an dem sich die Erlanger in dieser Phase geradezu die Zähne ausbissen. Maciej Gebala war es schließlich, der Nervenstärke bewies, die Erlanger mit 18:17 wieder in Führung brachte und damit einen Knoten löste.

HCE trotzt Leipziger Aufbäumen

Mit Beginn der Crunchtime war die Stimmung durch diesen Handballfight wie elektrisiert. Immer wieder erzielte der HCE den Führungstreffer, doch Leipzig schaffte es, auf der Gegenseite nachzuziehen. Mit dem Publikum im Rücken gelang Christopher Bissel der wichtige Treffer zur 2-Tore-Führung (22:20), Andri Rúnarsson konnte kurz darauf mit vollem Einsatz und purer Willenskraft auf 24:21 erhöhen. Unter tosendem Applaus parierte Khalifa Ghedbane mit einer seiner insgesamt 12 Paraden an diesem Abend den nächsten wichtigen Ball und Viggó Kristjánsson verwandelte im Gegenzug zum 27:23. Nun ließ sich der HCE den Heimsieg nicht mehr nehmen: Getragen von den euphorisierten Fans zogen die Gastgeber auf 30:25 davon. Auch wenn es Leipzig gelang, noch das 30:26 zu markieren, gingen mit dem Schlusspfiff alle Arme in der PSD Bank Nürnberg ARENA in die Höhe.

An diesem Abend bewies der HC Erlangen unglaubliche Nervenstärke und die notwendige Moral, um dem aufstrebenden SC DHfK Leipzig die Stirn zu bieten. Als bester Werfer präsentierte sich Viggó Kristjánsson mit acht Treffern. Getragen von den 5.397 Fans konnte der einzige bayerische Bundesligist den nächsten Heimsieg feiern und will mit diesem Erfolgserlebnis bereits am kommenden Samstag (20.12.) im Rahmen der legendären Black Night gegen die MT Melsungen an diese Leistung anknüpfen.

Dario Quenstedt, Khalifa Ghedbane, Tin Herceg, Viggó Kristjánsson (8), Tobias Buck, Andri Mar Rúnarsson (5), Christopher Bissel (4), Lars Genz, Sander Øverjordet (3), Tim Gömmel (2), Yannik Bialowas, Florian Scheerer, Maxsim Lochman, Christoph Steinert (3), Maciej Gebala (4), Marek Nissen (1)