In Roßtal demonstriert die Sellin-Sieben attraktiven Tempohandball gegen Bregenz
Vor über 800 Fans in der Roßtaler Mittelschulhalle überzeugte der fränkische Bundesligist gegen Bregenz Handball. Nach 60 Minuten leuchtete ein deutliches 35:26 auf der Anzeigetafel. Besonders das Tempospiel gefiel und erweckte Vorfreude auf den Bundesliga-Start nächste Woche gegen Kiel.
Bei ohnehin schon ausgelassener Stimmung wurde die Halle erstmals richtig laut, als „Lokalmatador“ Tim Gömmel von Rechtsaußen das 2:1 bescherte. In der Anfangsphase ging es zügig hin und her, wobei der HCE stets vorlegte und seine zunächst enge Führung nicht mehr aus der Hand gab. Nach einer knappen Viertelstunde setzte sich der Bundesligist erstmals entscheidend ab (9:5), wobei vor allem die agile Rückraumachse bestehend aus Kristjánsson, Øverjordet und Kos für mächtig Spielwitz sorgte.
Das Team vom Bodensee steckte zwar nicht auf, aber durch das enorm hohe Tempo des HCE wurden die Gäste permanent auf Distanz gehalten. Unter tropischen Bedingungen konnten immer wieder Lücken in die gegnerische Abwehr gerissen werden. Da zeitgleich konsequent in der Defensive geackert wurde oder sich auch Ghedbane im Kasten ein ums andere Mal auszuzeichnen verstand, baute das Team von Johannes Sellin seinen Vorsprung sukzessive aus. Zudem trug das Kreisläuferspiel seine Früchte, sodass Maciej Gebala in dieser Phase zu zwei eigenen Treffern kam sowie drei Siebenmeter erarbeitete. Entsprechend stand es zum Pausenpfiff 17:12 für den HC Erlangen, der unter Applaus in die Kabine verabschiedet wurde.
Tempohandball und zwei besondere „Flamme“-Momente
Zur zweiten Halbzeit durfte Neuzugang Andri Rúnarsson mitmischen und wusste direkt, frische Akzente zu setzen, auch wenn sich der österreichische Vizepokalsieger nicht in die Knie zwingen lies und prompte Antworten parat hielt. Trotz teilweise tollen Angriffs-Stafetten erhielt das zwischenzeitliche 20:16 sowie das 21:17 von Kapitän Sebastian Firnhaber den größten Applaus, dessen Comeback auch von den Fans in Roßtal freudig quittiert wurde. Dennoch ergab sich abermalige Spannung und die forschen Österreicher schnupperten spätestens beim Stand von 21:20 nach circa 40 gespielten Minuten Morgenluft.
Zum Ausgleich sollte es jedoch nicht mehr kommen, auch weil der HCE wieder einen Gang nach oben schaltete und das Tempo erhöhte. Ein Metzner-Doppelpack stellte erneut die Differenz von drei Treffern her und auch anschließend verstand es der Bundesligist, sich weiter abzusetzen. Aus einer soliden Abwehr kreierte der HCE gerade in der Schlussphase immer wieder schnelle Tempogegenstöße und zog zunehmend davon. Die letzte Szene des Spiels gehörte dann dem zuletzt krankheitsbedingt fehlenden Dario Quenstedt, der einen Siebenmeter entschärfte und das 35:26 für sein Team sicherte.
Mit sechs Siegen aus sieben Testspielen ist der HCE positiv durch diese Sommervorbereitung gegangen. Das Team zeigt sich gut gewappnet für den großen Showdown zum Saisonauftakt, wenn nächste Woche das Starensemble vom THW Kiel in der PSD BANK Nürnberg ARENA (Donnerstag, 28.08. // 19.00 Uhr) gastiert.



