Im zweiten Heimspiel dieser Saison landete der HCE trotz phasenweise mitreisendem Handball keine Zähler gegen FRISCH AUF! Göppingen. In der umkämpften Schlussphase blieb das Tor der Gäste vernagelt, sodass die Grün-Weißen die Punkte entführen konnten und mit 29:28 siegreich vom Feld gingen.

Der Start in den dritten Spieltag der Saison verlief nicht ideal, schnell waren die Franken mit zwei Treffern hinten. Doch wie schon auch zuletzt in Wuppertal ließ sich die Sellin-Sieben überhaupt nicht aus dem Konzept bringen. Zwei Treffer von Gebala und der anschließende Ausgleich durch Christopher Bissel zum 3:3 brachten die Halle erstmalig an diesem Abend zum Beben. Mit fünf Paraden in Folge von Khalifa Ghedbane zeigte sich schon in der frühen Phase des Spiels, dass der HCE an diesem Samstag die Punkte vehement verteidigen würde.

Kräftemessen auf absoluter Augenhöhe

Dass die Gäste ebenfalls Qualitäten mit in die Metropolregion gebracht haben, spiegelte sich im anschließenden Abnutzungskampf wider. Das Kräftemessen entwickelte sich dennoch vorerst zugunsten der Erlanger, auch weil die Rückraumachse Øverjordet, Kos und Kristjánsson das Spielgerät flink zirkulieren ließ und dabei immer wieder das Zuspiel auf Gebala am Kreis gelang. Dadurch etablierte sich der Pole in dieser Phase zum prägenden Akteur, musste jedoch kurz nach seinem vierten Treffer angeschlagen vom Feld. Für die Halbzeit nahm der HCE letztlich ein knappes 14:13 mit in die Kabine, auch weil sich Rückraum-Shooter Viggo Kristjánsson nun mehrfach in die Torschützenliste eintragen konnte.

Rote Karte als Knackpunkt

Auch der zweite Durchgang blieb heiß umkämpft, gerade weil beide Abwehrreihen die Bereitschaft zeigten, ihr Herz auf der Platte zu lassen. Ein Beispiel: Für Sebastian Firnhaber, der sich beim Auswärtsspiel in Wuppertal eine Verletzung zugezogen hatte, rückte Tobias Buck zu Florian Scheerer in den Innenblock und arbeitete sich regelrecht auf. Das bekamen die Gäste auch deutlich zu spüren: Die Dunstkreise des sonst überragenden Strippenziehers Ludvig Hallbäck wurden gnadenlos eingegrenzt, während gerade zu Beginn der zweiten Halbzeit einige Versuche aus dem Rückraum ihren Weg ins Glück fanden. Das 18:15 von Yannik Bialowas markierte den ersten Drei-Tore-Vorsprung.

Richtig Dampf kam endgültig nach guten 40 gespielten Minuten in die Hütte, als Marek Nissen für seinen Einsatz die rote Karte gezeigt bekam und die Baden-Württemberger im folgenden Angriff den Anschlusstreffer landeten (21:20). Eine Entscheidung, die nicht jeder der 5.601 Zuschauer in der ARENA nachvollziehen konnte. In dieser Phase kippte die Partie und das bis dahin so flüssige Angriffsspiel fing zu stottern an.

Mit einem Unentschieden im Gepäck (26:26) bogen schließlich beide Teams in die absolute Schlussphase ein. Fünf Minuten vor dem Ende war es wieder der eiskalte Isländer Viggo Kristjánsson – mit neun Treffern erneut der beste Werfer des Abends -, der von der Siebenmeter-Linie die Führung markierte. Auf den Sitzen saß zu diesem Zeitpunkt schon lange keiner mehr. Und dennoch hatten an diesem Abend die Gäste das letzte Wort und kippten ein letztes Mal das Duell auf ihre Seite.

Trotz eines teilweise spektakulären Handball-Abends steht der HC Erlangen mit leeren Händen da. Der zwischenzeitliche Vorsprung reichte nicht für den Sieg und in den Schlussminuten scheiterte man an der eigenen Chancenverwertung. Dennoch war die Leistung der Mannschaft mit vielen positiven Aspekten verbunden, auf die Coach Sellin für die nächsten Herausforderungen aufbauen kann. Die nächste Gelegenheit dazu hat der HCE beim Auswärtsspiel in Melsungen.

Quenstedt, Ghedbane, Genz, Runarsson (1), Kos (4), Nissen (1), Bialowas (2), Øverjordet (2), Scheerer (1), Bissel (1), Metzner, Scharnweber, Buck, Steinert (3), Kristjánsson (9), Gebala (4)