Sonntagabend, Spitzenhandball – ausverkauft! Die großartige Kulisse in der PSD Bank Nürnberg ARENA bekam ein munteres Spiel geliefert, in dem sich der HC Erlangen aufopferte, jedoch dem VfL Gummersbach mit 22:26 geschlagen geben musste. Die Vorzeichen für das Heimspiel standen dabei von Beginn an schlecht: Mit Kristjánsson, Nissen und Rúnarsson musste Coach Sellin auf seine drei erfolgreichsten Torschützen verzichten, Tim Gömmel fehlte zudem auf Rechtsaußen.

Gegen den Tabellenvierten zeigte der HCE trotz des Halbzeitstandes von 11:17 vor allem über seine jungen Spieler eine engagierte und kämpferische Leistung. Die Gäste brachten mit Blick auf die Qualifikation für Europa von Beginn an ihre ganze Klasse auf die Platte und fanden über Vujovic und das Dreamteam Schluroff / Horzen immer wieder die richtigen Lösungen gegen die Erlanger Defensive. Während Dominik Kuzmanović mit starken Paraden früh sein Können zeigte, setzte beim HCE insbesondere die „Jugend forscht“-Fraktion offensive Akzente. Nachwuchsspieler Lucca Bialowas überzeugte mit vier Treffern und sorgte mehrfach für Hoffnungsmomente. Auch Lars Genz meldete sich nach seiner Verletzungspause engagiert zurück, während Maxsim Lochman mit viel Mut im Rückraum seine Abschlüsse suchte.

„Respekt an die jungen Wilden“

Nach dem Seitenwechsel stemmte sich Erlangen noch einmal mit aller Kraft gegen die drohende Niederlage. Beflügelt von der kompromisslosen Defensive und weiter angepeitscht von den 8.200 Zuschauern in der ARENA, verkürzte der HCE den Rückstand innerhalb weniger Minuten auf 16:19. Lucca Bialowas traf entweder selbst oder setzte seine Mitspieler immer wieder stark in Szene, während Yannik Bialowas von der Siebenmeterlinie verwandelte. Doch immer dann, wenn der Anschluss in Reichweite schien, fand insbesondere Kristjan Horzen die passenden Antworten. Der Gummersbacher Kreisläufer zeigte sich mit insgesamt neun Treffern nahezu fehlerfrei und hielt die Gäste auf Kurs.

Positiv aus Erlanger Sicht bleiben neben der kämpferischen zweiten Halbzeit vor allem die couragierten Auftritte der vielen jungen Akteure, die gegen eines der Topteams der Liga wertvolle Akzente setzen konnten. Auch Gästetrainer Sigurdsson zollte in der abschließenden Spieltags-PK den größten Respekt für diesen Auftritt einer vom Verletzungspech verfolgten Erlanger Mannschaft. Diese Courage heißt es nun nach Wetzlar zu transportieren und beim schweren Auswärtsspiel die wichtigen Zähler einzufahren.

Khalifa Ghedbane (7 Paraden), Tin Herceg, Lars Genz, Yannik Bialowas (4), Sander Øverjordet (1), Florian Scheerer (2), Sebastian Firnhaber (1), Christopher Bissel, Lucca Bialowas (4), Antonio Metzner (2), Maxsim Lochman (4), Tobias Buck (1), Christoph Steinert (1), Maciej Gębala (1), Hampus Olsson (1)