Von Beginn an war Feuer in der ARENA und der HCE zeigte, was er sich für die neue Saison vorgenommen hatte: jede Menge Tempo! Trotz des kurzfristigen Ausfalls von Eloy Morante Maldonado, der neben den langzeitverletzten Viggó Kristjánsson, Andri Rúnarsson sowie Tim Gömmel zum Zusehen gezwungen blieb, erzielte der emsige Frieder Bandlow nach einer starken Abwehraktion des HCE per Tempogegenstoß den ersten Treffer. Im Tor stand Rubens Pierre wie ein Bollwerk und verhinderte gleich zu Beginn mehrere Großchancen.

Mit Kollektivleistung zur Führung

Der französische Neuzugang blieb für die Gäste eine fast unüberwindbare Mauer und parierte unter dem Jubel der Fans einen Siebenmeter, woraufhin Christoph Steinert auf der Gegenseite zum 10:10-Ausgleich verwandelte. Als Marek Nissen direkt darauf zur Führung traf, explodierte die ARENA regelrecht und Gästetrainer Juan Carlos Pastor sah sich zur Auszeit gezwungen. Bis zur Halbzeitpause schenkten sich die Teams keinen Zentimeter, doch der HCE bewies mit den Fans im Rücken seine Heimstärke und ging mit einer knappen 16:15-Führung in die Kabinen.

In der zweiten Hälfte entwickelte sich die Partie zu einem echten Handballkrimi. Nach einem Foul an Lucca Bialowas kassierte Lukas Stutzke die rote Karte und der HCE drehte richtig auf. Mit Beginn der Crunchtime setzte sich Frieder Bandlow nach einem schönen Pass von Sander Øverjordet durch und der einzige bayerische Bundesligist führte mit 23:21. Doch die Gäste aus Hannover ließen genauso wenig locker und kamen insbesondere über Nationalspieler Justus Fischer immer wieder zum Ausgleich.

Im Wechselbad der Gefühle: Erneuter Führungstausch und Herzschlagfinale

Als die Recken schließlich ihrerseits wieder in Führung gingen, war einmal mehr Torhüter Rubens Pierre ein Faktor, indem er über das komplette Feld hinweg zum erneuten Ausgleich traf und die Zuschauer endgültig aus ihren Sitzen riss. Nun waren die zwei Punkte für den Gastgeber zum greifen nahe, doch Sekunden vor dem Ende entriss Hannover den aufopferungsvoll kämpfenden Erlangern noch den Sieg. Mit dem 28:28 an der Anzeige ertönte nach einem packenden Hin und Her die Schluss-Sirene.

Betrachtet man die nach wie vor lange Liste an verletzten Stammkräften und den zusätzlich kurzfristigen Ausfall von Eloy Morante Maldonado, gibt es für den HCE allen Grund, auf diesen Punkt stolz zu sein, was auch Coach Sellin betonte, seinen Stolz auf das Team zum Ausdruck brachte und sich bei den leidenschaftlichen Fans bedankte. Mit Blick auf das Auswärtsspiel in Flensburg wollen die Franken nun an genau diese Energie, die kompakte Abwehr und die starke Torhüterleistung anknüpfen und vielleicht auch gegen eine absolute Top-Mannschaft das Unmögliche möglich machen.

Rubens Pierre (1 Tor / 11 Paraden), Tin Herceg, Khalifa Ghedbane, Frieder Bandlow (8), Marek Nissen (5), Yannik Bialowas (1), Sander Øverjordet (6), Philipp Senft, Florian Scheerer (1), Sebastian Firnhaber, Christopher Bissel, Maxsim Lochman (1), Lucca Bialowas, Tobias Buck, Christoph Steinert (2), Maciej Gębala (3)