Am 24. Spieltag der DAIKIN HBL sicherte sich der HC Erlangen einen immens wichtigen 26:23-Auswärtssieg gegen den 1. VfL Potsdam im Kampf um den Klassenerhalt. In einer hochspannenden Partie, die von Kampfgeist und starken Defensivleistungen geprägt war, führte der HCE zur Halbzeit mit 12:10 und ließ sich trotz wiederholt geglückter Aufholjagden der Potsdamer mit einer entschlossenen Schlussphase die Butter nicht mehr vom Brot nehmen.
Starke Abwehr und frühe Führung – HCE dominierte die Anfangsphase
Schon in den ersten Minuten zeigte sich, dass dieses Spiel von beiden Seiten über die Abwehrleistung entschieden werden würde. Nach drei torlosen Minuten eröffnete Viggó Kristjánsson schließlich das Spiel mit dem ersten Treffer (0:1), doch die Antwort der Potsdamer ließ nur wenige Sekunden auf sich warten. Kurz darauf traf Hampus Olsson zum 1:2.
Potsdam versuchte Druck aufzubauen, doch die Defensive des HCE stand solide und arbeitete mit höchster Intensität. Marek Nissen sah in der sechsten Minute nach einem unglücklichen Einsteigen gegen Max Günther die rote Karte. Orlov traf den resultierenden Siebenmeter und stellte für Potsdam den Ausgleich wieder her. Doch der HCE ließ sich davon nicht beirren und baute seine Führung postwendend in Unterzahl mit einem 3:0-Lauf auf 2:5 aus.
Dann die nächste strittige Szene: In der zwölften Minute wurde Nikolai Link im Gesicht getroffen und nach dem Videobeweis entschieden sich die Schiedsrichter auch hier für Rot. Diesmal gegen Potsdams David Akakpo. Trotz dieser turbulenten Phase blieb der HCE konzentriert. Kristjánsson fackelte nicht lange und traf zum 3:6. Potsdams Keeper Martin Tomovski stellte sich zwar mit starken Paraden den Erlanger Abschlüssen immer wieder in den Weg, doch die Erlanger bauten die Führung auf fünf Tore (3:8) aus. Mit starken Rückzügen zwang der HCE Potsdam zudem mehrfach ins Positionsspiel und verhinderte so schnelle Gegenstöße.
Potsdam startete Aufholjagd
In der 17. Minute meldeten sich die Potsdamer mit dem 4:8 zurück im Spiel, durch weitere Treffer von Dustin Kraus und Josip Simic verweilten die Gastgeber weiterhin in Schlagdistanz. Marko Bezjak erhöhte zwischenzeitlich auf 6:10, doch Potsdam hielt unentwegt dagegen und kam durch einen Siebenmeter sowie zwei schnelle Treffer wieder auf 9:11 heran. Kristjánsson traf zum 9:12, doch Potsdam rettete den Zwei-Tore-Abstand mit einem Siebenmeter zum Pausenpfiff in die Halbzeit (10:12).
2. Halbzeit: Erlangen zeigt Nervenstärke
Die Adler fanden gut in die zweite Halbzeit. Orlov traf den Siebenmeter zum 11:12, kurz darauf fiel gar der Ausgleich. Doch Erlangen behielt die Ruhe: Tim Gömmel erzielte das 12:13, Maciej Gebala legte sehenswert zum 13:14 nach. Die Defensive arbeitete weiter auf höchstem Niveau, während Kristjánsson sicher vom Siebenmeterpunkt verwandelte (13:15).
Potsdam ließ jedoch nicht locker und verkürzte immer wieder, doch der HCE antwortete in den entscheidenden Momenten. Antonio Metzner und Christopher Bissel stellten die Drei-Tore-Führung wieder her (15:18). Trotzdem schaffte es Potsdam erneut, auf einen Treffer heranzukommen (17:18), doch Gebala und Gömmel hielten die Führung mit wichtigen Treffern fest.
Hochspannung in der Schlussphase – HCE-Fans peitschen Mannschaft an
Vor allem in der letzten Viertelstunde peitschten die frenetischen Fans die Mannschaft lautstark an und übertönten die immer mehr verstummenden Anhänger des 1. VfL Potsdam! Mit ihren Fangesängen stärkten sie den Erlangern in der entscheidenden Phase den Rücken. Bezjak erhöhte mit seinem Doppelschlag auf 20:23 und Gömmel sorgte mit einem Tempogegenstoß für die vermeintliche Vorentscheidung (20:24). Doch Potsdam gab immer noch nicht auf, verkürzte erneut auf 21:24.
Dann der entscheidende Moment: Link luchste Potsdam den Ball ab, und Metzner nutzte den Platz eiskalt zum 22:26. Die letzten Sekunden ließ der HCE clever herunterlaufen – Schlusspfiff! 23:26!
Ausblick: Füchse reisen an – aber Erlangen ist bereit!
"Vor allem für unser Selbstvertrauen war das heute sehr wichtig", bilanzierte Link nach dem Spiel. Mit diesem Sieg rückt der HC Erlangen bis auf zwei Punkte an Bietigheim heran und hält den Kampf um eine bessere Tabellenplatzierung spannend. Doch das nächste Duell hat es in sich: Am 5. April empfangen die Erlanger den derzeitigen Tabellendritten, die Füchse Berlin – ein echter Härtetest! Doch die Erlanger seien bereit zur Aufholjagd: "Es ist egal, wer jetzt kommt. Wir müssen kämpfen und beißen und in die Aufholjagd starten", so Link.
Quenstedt (10), Zecher, Kos (2), Nissen, Øverjordet, Scheerer, Büdel, Bissel (1), Bezjak (3), Metzner (5), Link, Olsson (1), Kristjánsson (8), Gebala (3), Gömmel (3)



