Die ARENA NÜRNBERGER Versicherung bebte am Samstagabend – 7.088 frenetische Fans peitschten den HC Erlangen nach vorn, bis in die letzte Sekunde. In einem emotionalen Handball-Kracher sicherten sich die Erlanger mit einem 31:31-Unentschieden gegen den Tabellenführer Füchse Berlin einen enorm wichtigen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt. Nach einer hart umkämpften ersten Halbzeit (16:14) und einem packenden Finish war es Marek Nissen, der mit der letzten Aktion des Spiels den Ball mit purer Entschlossenheit an Füchse-Keeper Lasse Ludwig vorbei ins Netz hämmerte – pure Ekstase beschloss einen wahrhaftigen Handball-Krimi! 

Mutiger Beginn und starke Defensive – HCE setzt frühe Duftmarke

Schon zu Beginn zeigte der HC Erlangen, dass man sich vor dem Star-Ensemble der Berliner nicht verstecken wollte. Dennoch eröffnete Welthandballer Mathias Gidsel die Partie mit dem 1:0 für Berlin. Nach frühem Rückstand und der verletzungsbedingten Auswechslung von Milos Kos (5. Minute), übernahmen die Hausherren die Partie: Angeführt von Viggó Kristjánsson, dem kreativen Spielmacher Marko Bezjak und einem überragenden Dario Quenstedt im Tor, fand der HCE ebenfalls gut ins Spiel. Besonders in der Defensive agierten die Erlanger mit hoher Intensität, blockten einige Würfe und erzielten wichtige Ballgewinne – so konnte ein zwischenzeitlicher 3-Tore-Vorsprung (10:7) herausgespielt werden. Schon jetzt bebte die ARENA in Nürnberg. 

Mit dem Publikum im Rücken, das bei jeder Aktion noch energischer agierte, spielte sich der HCE in einen Rausch. Hampus Olsson und Maciej Gebala trafen von Außen sowie vom Kreis, während Christopher Bissel auf Linksaußen für Tempo und weitere Treffer sorgte. Auch wenn die Füchse durch Nils Lichtlein und Gidsel immer wieder antworteten, hielt Erlangen mit großem Einsatz dagegen und konnte seine Führung aufrecht halten. Beim Stand von 16:14 ging es verdient in die Kabine. 

Hochspannung pur – Erlangen trotzt Berliner Offensivmacht 

Auch in Halbzeit zwei war der HCE hellwach. Wieder war es Hampus Olsson, der von Außen einnetzte und die Führung auf drei Tore zum 18:15 ausbaute. Doch Berlin blieb gefährlich. Manuel Strlek und Lasse Andersson brachten die Füchse wieder auf Augenhöhe zum 18:18 und es entwickelte sich spätestens jetzt ein regelrechter Schlagabtausch. Denn: Der HCE stemmte sich mit allem, was er hatte, gegen die Offensive der Hauptstädter und hatte seinerseits Antworten parat – das Spiel gestaltete sich als absolut offener Schlagabtausch. 

Marek Nissen riss in dieser Phase, sowie andere Kollegen auch, das Publikum immer wieder mit energischen Gesten mit. Bezjak und Yannik Bialowas setzten wichtige Akzente, während Quenstedt mit weiteren Paraden glänzte. Doch die Füchse, angeführt von Gidsel, Lichtlein und Lassen Andersson, ließen nicht locker – das Duell wuchs zum echten Handball-Krimi heran. Keine Mannschaft konnte sich nochmals mit mehr als einem Tor absetzen und die Führung wechselte ständig. 

Erlangen fightet bis zur letzten Sekunde – und wird belohnt 

Als Lichtlein 20 Sekunden vor Schluss zum 31:30 für Berlin traf, schien das Spiel in letzter Minute gedreht. Doch die Erlanger warfen noch einmal alles rein. Johannes Sellin nahm die letzte Auszeit, gab klare Anweisungen – die Halle stand Kopf, auf den Sitzen hielt es längst niemanden mehr. Nach einem letzten Freiwurf und nervenaufreibendem Getümmel sowie dem anschließenden Videobeweis fiel die Entscheidung erneut auf Ballbesitz für den HCE. Noch fünf Sekunden waren zu spielen! Über Øverjordet landete das Spielgerät bei Nissen, der mit unfassbarem Willen und letzter Kraft den Ball per Schlagwurf an Ludwig vorbei ins Netz wuchtete – Ausgleich! Schlusssirene! Die ARENA explodierte! 

Schwere Aufgabe in Magdeburg 

Mit dem hart erkämpften 31:31 gegen die Füchse Berlin sichert sich der HC Erlangen einen Punkt, der in der Endabrechnung Gold wert sein kann. Die Mannschaft zeigte Herz, Kampfgeist und Leidenschaft – getragen von 7.088 lautstarken Fans, die ein echtes Handballfest erlebten. 

Schon am kommenden Donnerstag wartet die nächste schwere Aufgabe: Dann geht’s auswärts zum SC Magdeburg, um den 17. Spieltag der DAIKIN HBL nachzuholen. Mit dem Rückenwind aus diesem Handball-Kracher und dem unbändigen Teamspirit wird der HCE auch dort alles geben, um weitere Punkte zu sichern.

Dario Quenstedt (10), Finn Zecher, Milos Kos (1), Marek Nissen (4), Yannik Bialowas (1), Sander Øverjordet (3), Florian Scheerer (1), Nico Büdel, Christopher Bissel (3), Marko Bezjak (3), Antonio Metzner, Nikolai Link, Hampus Olsson (3), Viggó Kristjánsson (5), Maciej Gebala (6)