Am 15. Dezember 2024 reiste der HC Erlangen in die ZAG Arena, um gegen den TSV Hannover-Burgdorf anzutreten. Nach einer brillanten ersten Halbzeit musste sich das Team von Trainer Martin Schwalb jedoch am Ende deutlich mit 25:31 geschlagen geben.
Wagner-Wahnsinn in der ersten Halbzeit
Von der ersten Minute an präsentierte sich der HC Erlangen in Hannover hellwach. Die Defensive agierte konsequent, während Dario Quenstedt, zurück in seinem ehemaligen Wohnzimmer, ein sicherer Rückhalt im Tor der Erlanger war. Mit einem satten Wurf traf Marek Nissen zum 1:0, den Hannover-Burgdorf zunächst mit Tempo konterte. Dann sicherte sich Metzner den Freiwurf und nagelt das Ding rein. Bis zum 4:3 ging der HCE immer wieder mit einem Treffer vor, doch die Recken blieben dran.
Offensiv glänzte Erlangen in der ersten Halbzeit mit Präzision und Durchschlagskraft. Neben Torgarant Tobias Wagner, der mit insgesamt sechs Toren und einer Trefferquote von 100 Prozent die erste Halbzeit regelrecht zu “Wagner-Festspielen” erklärte, setzte Nico Büdel im Spiel der Erlanger wichtige Akzente und war als Spielemacher mit guten Entscheidungen in Abwehr und Angriff maßgeblich am Ausbau der 3-Tore-Führung zum 6:3 beteiligt.
Auch Hampus Olsson, erneut Nissen und Christopher Bissel trafen sicher. Der Erlanger Kapitän zeigte sich zudem vom Siebenmeterstrich nervenstark und verwandelte gekonnt drei von drei Würfen. Zwar fanden auch Marius Steinhauser, Justus Fischer und Renars Uscins für die Recken immer wieder Antworten, dennoch hielten die Erlanger den TSV auf drei Tore Abstand bis zum 13:10. Mit zwei weiteren Treffern baute Wagner die Führung der Erlanger in der 20. Minute auf 15:10 aus und Olsson setzte zum 16:10 noch einen drauf. Auch von den zwei Minuten in Unterzahl lies der HCE sich nicht aus dem Konzept bringen und traf zwei weitere Male.
Ein Schlüssel des ersten Durchgangs war dabei die überragende Leistung von Dario Quenstedt, der nicht nur spektakuläre Paraden zeigte, sondern auch mit schnellen Reaktionen Hannovers Angriffe ins Leere laufen ließ. Seine neunte Parade kurz vor der Halbzeit sorgte dafür, dass Erlangen mit einer komfortablen 18:13-Führung in die Kabine ging.
Einbruch nach der Pause
Die zweite Halbzeit begann jedoch mit einem Paukenschlag: Hannover kam mit Dampf aus der Kabine und setzte Erlangen mit einem 5:0-Lauf bis zum Ausgleich unter Druck. Mit einem Tempogegenstoß nach dem anderen spielten sich die Recken regelrecht in einen Rausch. Plötzlich war das Spiel beim Stand von 18:18 wieder offen. Dann war es Uscins, der dem TSV zur ersten Führung des Abends verhalf.
Die Defensive des HCE fand keinen Zugriff mehr auf das schnelle Tempospiel der Gastgeber, während vorne die klaren Abschlüsse ausblieben. Steinhauser, Uladzislau Kulesh und Fischer bauten die Hannover-Führung indessen weiter aus bis zum 22:18.
Trotz zweier Auszeiten von Martin Schwalb gelang es den Erlangern nicht, die Kontrolle zurückzugewinnen. Nach einem Siebenmeterwurf von Bissel entschieden die Schiedsrichter nach Sichtung des Videobeweises auf einen Gesichtstreffer und zeigten Bissel die rote Karte. Dadurch musste der HCE den Rest des Spiels ohne seinen Kapitän auskommen. Ganze 16 Minuten blieb der HC Erlangen ohne Tor, bis Jonathan Svensson für Erlangen mit dem 19:23 das erste Lebenszeichen schickte. Dennoch zog Hannover Tor um Tor davon, angetrieben von ihrer Heimkulisse und einem starken Gegenstoßspiel. Nissen und Tim Gömmel hielten mit einigen Treffern und Siebenmetern noch dagegen, sodass die Partie mit einem 31:25 für den TSV Hannover-Burgdorf endete.
„Jedes Spiel startet bei null“
„In der ersten Halbzeit haben wir eine sehr gute Leistung gezeigt, doch in der zweiten Halbzeit haben uns dann die Körner und vielleicht auch das Selbstbewusstsein gefehlt, das Tempo von Hannover mitzugehen“, resümierte Dario Quenstedt nach dem Spiel.
Trotz der Niederlage blickt der HC Erlangen optimistisch auf die kommenden Aufgaben. „Jedes Spiel beginnt bei null. Ich weiß, das ist eine abgedroschene Phrase, aber so ist es. Wir werden uns weiter auf die Gegner vorbereiten und wir können sicherlich an diese erste Halbzeit anknüpfen und hier sehr viel Positives rausziehen“, so Quenstedt weiter, der mit 14 Paraden das Spiel der Erlanger prägte und seine Rückkehr in die stärkste Liga der Welt erneut mehr als rechtfertigte.
Bereits am nächsten Sonntag, den 22. Dezember 2024, steht das letzte Heimspiel des Jahres an: Um 16:30 Uhr empfängt der HCE den TBV Lemgo Lippe zur legendären BLACK NIGHT in der ARENA NÜRNBERGER Versicherung. Erlanger Fans können sich auf einen Abend in atemberaubender Atmosphäre und einen HCE freuen, der fest entschlossen ist, sich kurz vor Weihnachten mit Punkten zu belohnen.



