Der HC Erlangen musste beim Tabellenführer aus Flensburg in der "Hölle Nord" einer verschlafenen Anfangsphase Tribut zollen und sich trotz einer zwischenzeitlich bärenstarken Aufholjagd am Ende doch noch mit 36:30 geschlagen geben.
Gastgeber mit gewohnter Offensiv-Stärke
Die Flensburger starteten mit einem 3:0-Lauf besser in die Partie. Allerdings hielten die Erlanger dagegen und kämpften sich wieder auf 3:2 heran. Mit den Fans im Rücken gelang es den Gastgebern dennoch, sich schnell eine Vier-Tore-Führung zu erspielen, weshalb Johannes Sellin bereits nach knapp zehn Minuten die erste Auszeit nahm. Die individuelle Klasse von Nationalspieler Marco Grgić und Weltmeister Simon Pytlick gepaart mit vier Treffern von Emil Jakobsen in der Anfangsviertelstunde sorgten für das zwischenzeitliche 10:5.
Im Angriff der Erlanger kam es anfangs immer wieder zu in dieser Saison ungewohnten technischen Fehlern, die die Flensburger über ihr Tempospiel gnadenlos ausnutzten und einen Zehn-Tore-Vorsprung herausspielten. Die Gäste erlitten den nächsten Rückschlag, als sich Regisseur Sander Øverjordet verletzte und nicht mehr mitmischen konnte. Er wird aufgrund der erlittenen Schulterverletzung der norwegischen Nationalmannschaft in den kommenden Länderspielen voraussichtlich nicht zur Verfügung stehen. Kurz vor der Halbzeitpause fingen sich die Franken allerdings und sorgten dafür, dass den Flensburgern ganze fünf Minuten kein Tor mehr gelang. Beim Stand von 19:14 ging es in die Kabinen.
Erlangen beweist Moral
Dank einer Siebenmeterparade von Khalifa Ghedbane kämpften sich die Erlanger kurz nach der Halbzeit auf 19:16 heran. Die Flensburger konnten die Führung schnell wieder auf 22:16 ausbauen. Der HCE gab sich trotzdem niemals auf und schaffte es durch einen Ballgewinn von Christopher Bissel wieder auf 23:21 aufzuschließen. Kurz vor der Crunchtime schien die Sensation zum Greifen nahe. Der HC Erlangen hatte gegen die Klasse-Mannschaft aus dem hohen Norden sage und schreibe acht Tore aufgeholt.
Obwohl Florian Scheerer durch eine starke Rettungsaktion verhinderte, dass die Flensburger den Ball im leeren Tor unterbringen konnten, setzten sich die Gastgeber schließlich erneut auf 29:24 ab. Nationalmannschaftskapitän Johannes Golla glänzte mit acht Treffern und einer Quote von 100 Prozent. Auf Seiten der Erlanger war Viggó Kristjánsson mit zehn Toren der beste Werfer. Am Ende reichten die Kräfte der Erlanger nach der zwischenzeitlichen Aufholjagd allerdings nicht ganz aus, um Zählbares mit nach Franken zu nehmen, zumal auch Kapitän Christopher Bissel verletzt ausscheiden musste. Mit Abpfiff stand ein 36:30 auf der Anzeigetafel.
Nach dem nun absolvierten zehnten Spieltag bleibt der HC Erlangen auf einem hervorragenden elften Platz in der stärksten Liga der Welt. Nun gilt es für das Team, den Blick nach vorne zu richten, die Länderspielpause zu nutzen und am 8. November in der PSD Bank Nürnberg ARENA gegen den direkten Tabellennachbarn ThSV Eisenach um die nächsten wichtigen Punkte zu kämpfen.
Quenstedt, Ghedbane, Gömmel (2), Nissen (4), Bialowas, Øverjordet, Scheerer (1), Metzner, Buck, Steinert (3), Rúnarsson (4), Bissel (2), Kristjánsson (10), Gebala (4)



