Ohne sechs etablierte Stammkräfte, darunter Führungsspieler wie Viggo Kristjánsson und Sander Øverjordet, der angeschlagen ins Spiel ging und nach wenigen Minuten passen musste, hatte der HC Erlangen trotz allem Bemühen eine Niederlage bei den Rhein Neckar Löwen einzustecken.

Erlangen fand trotz des Lazaretts gut ins Spiel – immer wieder suchte die Sellin-Sieben über Rúnarsson den Weg zum Tor. Der Isländer präsentierte sich aktiv und verwandelte nach zehn Minuten den ersten Siebenmeter gegen David Späth. Es war bereits sein vierter Treffer in der Partie, womit er auf 7:5 verkürzte. Beide Mannschaften setzten in den nächsten fünf Minuten vor allem auf eines: Tempo. Christopher Bissel verwandelte kurz darauf den Steal von Florian Scheerer erfolgreich zum 7:7.

Nächster Ausfall: Löwen zeigen Qualität, HCE fehlen die Mittel

Nach einer Auszeit setzten sich die Löwen durch Treffer von Dani Baijens, Nothdurft und Kohlbacher leicht ab. Mit dem Ausfall von Sander Øverjordet in der frühen Phase der Partie folgte ein weiterer Nackenschlag, den es für die Mannschaft aus der Metropolregion zu verdauen galt.  Erlangen hielt jedoch dagegen: Tobias Buck bereitete mustergültig das 16:14 vor. In den Schlusssekunden der ersten Hälfte holte Thrastarson einen Siebenmeter heraus und verwandelte mit dem letzten Treffer vor dem Halbzeitpfiff zum 18:14.

Erst zur 35. Minute beendete Tim Gömmel per Gegenstoß qualvolle sieben torlose Minuten (21:15). Die Hausherren zogen allmählich davon, besonders Kohlbacher profitierte von vielen freien Bällen, die er eiskalt verwandelte. Die Erlanger Mannschaft, gespickt von Akteuren, die vor kurzer Zeit noch in den eigenen Nachwuchsmannschaften aktiv gewesen sind, war in dieser Phase dem sehr prominent besetzten Gegner nicht gewachsen.

HCE zollt den Verletzten Tribut

Nach 44 gespielten Minuten (28:17) griff Coach Sellin zur Auszeit, um abermals seiner Mannschaft einen Push für den Schluss-Akkord zu geben. Gewissermaßen mit Erfolg: Auch wenn durch das Fehlen von Kos, Metzner, Kristjánsson, Firnhaber, Olsson und inzwischen auch Øverjordet nur noch wenige Körner im Tank der Franken verblieben, kämpften die Erlanger bis zuletzt. Besonders der 23-jährige Isländer Andri Rúnarsson erwischte einen guten Tag und steuerte 13 Treffer bei. Auch Florian Scheerer verkürzte noch zweimal vom Kreis und Yannik Bialowas per Tempogegenstoß, doch die Löwen hatten ihrerseits stets passende Antworten parat, sodass mit der Schlusssirene ein 35:27 aufleuchtete.

Moralisch und der Einstellung wegen muss sich der HCE nichts vorwerfen lassen. Mit zunehmender Spielzeit zeigte sich die enorme Qualität der Löwen und der ausgedünnte HCE-Kader voll von Spielern, die kürzlich noch im eigenen Jugendbereich aktiv gewesen sind, hatte nicht die nötigen Mittel parat. 

Weiter geht es für den HCE bereits am Mittwoch in Minden (10.12. // 19.00 Uhr), bevor es dann am Samstag (13.12. // 19.00 Uhr) zum Heimspiel in der PSD Bank Nürnberg ARENA gegen Leipzig kommt.

Khalifa Ghedbane, Dario Quenstedt, Sander Øverjordet, Marek Nissen (2), Andri Rúnarsson (13), Tobias Buck (1), Lars Genz, Yannik Bialowas (1), Christopher Bissel (3), Tim Gömmel (2), Christoph Steinert, Maciej Gebala (3), Florian Scheerer (2), Maxsim Lochman